Nackenschmerzen 2

Gelenkblockierungen der Halswirbelsäule

 

Die Bewegungen der Halswirbelsäule wird durch die Bewegungen vieler einzelner Wirbelsäulensegmente ermöglicht. In einem Segment sind zwei Wirbelkörper verbunden über die vorne gelegenene Bandscheibe mit ihrer Pufferfunktion und die eine geführte Gleitbewegung ermöglichenden paarig angelegten Wirbelgelenke an der Rückseite. Dazwischen liegen geschützt das Rückenmark und die Nervenwurzeln der Wirbelsäulennerven, die Haut und Muskeln des Nackens und der Arme versorgen.

Die Stabilität des Wirbelsäulensegmentes wird einerseits durch die Umgrenzung der Bandscheibe, die Gelenkkapsel und verschiedene Bänder gewährleistet, andererseits durch das koordinierte Zusammenwirken der kleinere und größer Muskeln auf allen Seiten des Segmentes.

Die einfachen Wirbelgelenksblockierung: Im günstigsten Fall einer einfachen Blockierung verhindert nur die verhärtete kleine Wirbelsäulenmuskulatur das Gleiten der Wirbelgelenke. Diese kann erfahrungsgemäß über eine Chirotheraphie mit Impuls reflexartig entspannt werden.

Die komplexe Wirbelgelenksblockierung: Die kleinen Muskeln sind hier als Reaktion auf etwas Anderes verhärtet. Dies ist der häufigere Fall, gerade auch beim Vorliegen von in der Bildgebung darstellbaren degenerativen Veränderungen. Typisch Ausgangspunkte sind eine überlastete große Muskulatur durch lange statische Körperhaltung oder eine ungewohnte Beanspruchung mit Reizung der Wirbelgelenke und der passiv stabilisierenden Strukturen. Eine risikoarme „Deblockierung“ kann nicht direkt über die Chirotherapie mit Impuls gehen, sondern muss die anderen Strukturen berücksichtigen: Übergreifende Triggerbänder, lokale Muskelhartstränge, Kapselreizungen und die Hypersensitivität des Segmentes.

Eine Möglichkeit, die Hypersensibilität des Segmentes zu senken ist eine Infiltrationen im Bereich der „Wetterecke“ des Wirbelsegmentes mit Nachbarschaft zu Bandscheibe, Nerv, Gelenk und kleine Muskulatur. Etwas langsamer kann derselbe Effekt über eine Akupunktur des Segmentes zuerst sehr vorsichtig über ein SDN (superficial dry needling), später auch mit direkten Kontakt zu der kleinen Muskulatur gelöst werden. Die gleichzeitige oder darauffolgenden Behandlung und das Training der großen Muskulatur des Schulter Nacken Bereiches macht die Behandlung wesentlich nachhaltiger.

Insbesondere der Übergang von der oberen Brust- zur mittleren Halswirbelsäule ist von schmerzhaften Blockierungen betroffen. Die oberen Brustwirbel sind durch den Brustkorb fixiert, die anschließenden unteren Halswirbel ermöglichen hingegen den Großteil der Kopfbewegung.

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Was tun bei Nackenschmerzen?

 

Die wichtigste Therapie für das Bewegungssystem ist Bewegung. Alle therapeutischen Maßnahmen sollten darauf abzielen Bewegung wieder zu ermöglichen. Anfangs in sehr vorsichtiger Form, später dann zielgerichtet die schmerzhafte Struktur stabilisierend und kräftigend.

Akute Schmerzen geht meist mit einer Entzündung einher. Entzündungshemmende Medikamente und Lokalanästhetika an Gelenke und Muskelansätze helfen bei akuteren Schmerzen. Je lokalisierter der Einsatz, desto kleiner die Menge der verwendeten Medikamente. Je lokalisierter noch der Schmerz ist, desto schneller ist die Bewegung wieder schmerzfrei.

Chronische Schmerzen: Gewebe und Strukturen sind durch die eingetretene „DEKONDITIONIERUNG“ schnell überlastet und erleiden erneute schmerzhafte Verletzungen. Deswegen steht die lokale Stimulation der veränderten Gewebe im Vordergrund. Angepasste Reize durch manuelle Therapie, Akupunktur, Prolotherapie oder Stoßwelle bereiten das Gewebe auf größere Belastungen vor.

Sowohl bei akuten als auch bei chronischen Schmerzen hilft die Therapie der Muskulatur, insbesondere ihrer Triggerpunkte und bänder. Triggerpunkte können selber Schmerzen auslösen. Triggerpunkte verändern aber auch die Bewegung durch die Steifheit der Muskulatur und durch Koordninationsstörungen, andererseits Verändern sie die Bewegunskoordination und begünstigen erneute Verletzungen.

Die durch die Schmerzlinderung ermöglichte Bewegung flexibilisiert die Triggerbänder und die Ansatzstrukturen, sie verbessert die Koordinationsmuster der Muskeln und ermöglicht dadurch im Alltag stabile Gelenke.

Das Unterbrechen von statischen Tätigkeiten, wie am Computer, ein tägliches nur wenige Minuten umfassendes Training der geschwächten Struktur, Wissen über günstigere Haltungs- und Bewegungsmuster im Alltag, ein geduldiger und breiter Aufbau sportlicher Leistungsfähigkeit helfen auch bei schon lange bestehenden Nackenschmerzen.